Buchbesprechung
Kindheit und Trauma
Trennung, Missbrauch, KriegAutor: Hilweg, Werner; Ullmann, Elisabeth (Hg.)
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Jahr: 1997
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Kindheit und Trauma
"Trennung, Missbrauch, Krieg" handelt von all den Gefahren, denen ein Kind ausgesetzt sein kann, wenn es keine "normale" Jugend erlebt. Es handelt von Kindern, die aus welchen Gründen auch immer von ihren Familien getrennt leben (müssen). Die Trennung verursacht durch Kriegsgewalten, durch Missbrauch in der Familie oder im näheren Umfeld oder durch Eltern, die sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern können.
Die Hilfestellungen, die dem betroffenen Kind dabei zur Verfügung gestellt werden, sind stark zugeschnitten auf die Lebensstrukturen in den SOS-Kinderdörfern, obwohl die Grundintention hier wie dort sicherlich die gleiche ist. Denn sicher geht es in all diesen Fällen darum, den Kindern effektiv und hilfreich zur Seite zu stehen, den Grund für ihr Verhalten zu erkennen, ihnen Hilfestellung zu geben, damit sie zurückfinden können, eben in dieses "normale" Leben.
Das Buch gibt jedoch auch Hinweise darauf, wie Traumen entstehen können, wie sie für Außenstehende zu erkennen sind und den Ausschlag dafür geben, dass diesem Kind, diesem Betroffenen geholfen werden muss. Und sie zeigen die Hintergründe auf, gerade warum es so schwer ist manchem Kind zu helfen, dass sich seinen Eltern gegenüber sehr verbunden fühlt, obwohl gerade sie es sind, die ihm einen großen Schmerz, bsp. im Zusammenhang mit Missbrauch, zugefügt haben.
Das Buch von Werner Hilweg und Elisabeth Ullmann weist aber auch darauf, wie schwierig die jeweilige Situation manchmal auch für die Betreuer, Kinderdorfmütter, Psychologen und sonstiges Fachpersonal sein kann, wie schnell auch diese an ihre psychischen und psychischen Grenzen gelangen können, immer in dem Versuch, die ihnen anvertrauten Schützlingen bestmöglich zu unterstützen.
Fazit: "Trennung, Missbrauch, Krieg" bietet auf 251 Seiten kompakte Informationen darüber, was den Kindern in unserer Gesellschaft alles auf dem Weg zum Erwachsenentum widerfahren kann. Es zeigt auf, wie hilflos Kinder sind, wie wenig selbst in der Lage, sich aus diesen oftmals schicksalshaften Verstrickungen zu lösen und dass in diesem Fall Hilfe von außen dringend nötig ist, damit sie nicht verkümmern. Das Buch bietet aber auch gezielte Informationen für alle Berufsrichtungen, sich mehr mit den Problemen von Kindern zu beschäftigen und sie so vielleicht rechtzeitig vor Schwierigkeiten schützen zu können.
(c) Astrid Krüger
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