Buchbesprechung
Zange am Hirn
---Autor: Leps, Felix
Verlag: Psychiatrie-Verlag
Jahr: 2001
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Zange am Hirn
In seinem Buch "Zange am Hirn" beschreibt Felix Leps äußerst präzise Beginn, Verlauf, Behandlung und langsame Besserung einer massiven Zwangsstörung. Dazu kommt eine genaue Darstellung der mit dieser schweren psychischen Erkrankung verbundenen Verhaltensmuster, die ihm über Jahre das Leben verkompliziert haben. Für Ärzte, Psychologen, aber auch andere Zwangspatienten ist sicherlich besonders diese Schilderung von ganz besonderem Nutzen, gewährt sie doch einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Betroffenen.
Auch auf die Ursachen dieser Erkrankung geht Felix Leps ein. Er schildert die Beziehung zu Eltern, Geschwistern und Freunden. Dazu suchen und erkennen er und seine Psychologen und Ärzte Muster, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten vorhanden waren und irgendwann zum Ausbruch kamen. Vor allem erstaunt und erschreckt es den Leser zugleich in welch unterschiedlichen Formen sich eine solche Zwangsstörung äußern kann. Anfänglich nur schemenhaft unter dem Mantel von Ängsten, später Eß- und Sexsüchten zu erkennen, äußert sie sich ab einem bestimmten Punkt so massiv, daß nur eine gleichzeitige psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung das Leben von Felix Leps noch möglich macht. Oder kann man es überhaupt nicht mehr Leben nennen und muß es auf den Begriff des Funktionierens reduzieren?
Jedenfalls bedeutet dieser Zustand für Leps harte Arbeit. Alleine sieht und hat er keine Chance den Zwängen zu entkommen und benötigt die Hilfe von verschiedenen Ärzte und Psychologen, psychodramatisch und psychoanalytisch orientiert, die ihm Möglichkeiten aufzeigen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Dazu gehört ein unglaublicher Wille sowie die konsequente Umsetzung der in der Therapie erlernten Möglichkeiten, um überhaupt eine Chance zu haben.
Ein absolutes Muß für Ärzte, Psychologen und Betroffene.
(c) Astrid Krüger
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