Die Angst vor dem ZahnarztIn Ländern wie Schweden, den USA und Israel wird dem Thema Dentalphobie schon seit Jahren ein erheblicher Stellenwert zugeschrieben. Dort hat man spezielle Angstambulanzen für Betroffene eingerichtet. Ein Idealzustand, von dem man in Deutschland noch meilenweit entfernt zu sein scheint.
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Und das, wo zwischen sechs und vierzehn Prozent aller Deutschen von starken Ängsten geplagt werden, wenn sie nur an einen möglichen Zahnarztbesuch denken. Die Beschwerden reichen dabei von Herzrasen, Schwindelanfällen, Schweißausbrüchen bis zur Angst vor Kontrollverlust.
Inzwischen gibt es, über das ganze Bundesgebiet verstreut, zumindest einige niedergelassene Zahnärzte, die sich dieser Klientel besonders widmen. Meist sind es Ärzte mit einer Doppelausbildung. Sie sind Dentisten und Psychotherapeuten zugleich. Bei ihm kann sich der Patient sicher sein, daß er mit seinen Ängsten angenommen wird.
Bis er bei einem so verständnisvollen Behandler landet, hat der Patient meist einen jahre- oder jahrzehntelangen Irrweg hinter sich. Wenn er sich zwischenzeitlich trotz allem zu einem Zahnarzt gewagt hat, wird er oftmals mit seinen Schwierigkeiten nicht ernst genommen, angewiesen, er solle sich einfach mal zusammennehmen.
Diese Dentisten begreifen einfach nicht, daß eine solche Phobie sich verselbständigt, dem Patienten das Leben zur Qual macht. Oftmals bedarf das Gebiß eines solchen Phobikers nämlich schon seit langem einer gründlichen Sanierung. Er schlägt sich oft monatelang mit unerträglichen Schmerzen herum, die er mit Medikamenten und Alkohol zu betäuben sucht.
Sein physisches und psychisches Wohlbefinden leidet. Er traut sich nicht einmal mehr den Mund zu öffnen, zu lachen, so sehr schämt er sich wegen des Zustands seines Gebisses. Vielfach sind das schließlich Menschen, die im Rampenlicht stehen, öffentlich auftreten, ausreichend selbstbewußt sind. Gerade oder besonders ihnen fällt es schwer, zuzugeben, wie sie unter diesem Problem leiden.
Als alternative Behandlungsmethoden für Patienten mit Zahnarztphobie stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung. Einmal wäre da die Hypnose zu nennen. Der Patient wird in einen Trancezustand versetzt und durch die Vorstellung angenehmer Bilder gelingt es, die Zahnbehandlung aus dem Bewußtsein auszublenden.Zusätzlich oder alternativ können Methoden wie autogenes Training oder ruhige Musik helfen, in der Situation zu entspannen und ein Stück der Angstproblematik zu verlieren.
Inzwischen gibt es auch in diesem Bereich eine Konfrontationstherapie, bei der der Patient zusammen mit einem speziell geschulten Psychologen sich immer und immer wieder der Situation aussetzt, um so letztendlich den Angstlevel zu senken. Dazu gehören auch gemeinsame Besuche beim Zahnarzt. Dieser wird im Vorfeld informiert, so daß er sich speziell auf diesen Patienten vorbereitet und sich besonders viel Zeit für ihn nimmt.
Wem auch hiermit nicht geholfen werden kann, dem steht die Möglichkeit einer Behandlung in Vollnarkose zur Verfügung. Selbstverständlich steht dem Zahnarzt hierbei ein Anästhesist zur Seite, der den genauen Ablauf überwacht. Für viele Betroffene ist es die einzige und letzte Möglichkeit, doch endlich zu einer kompletten Sanierung des Gebisses zu gelangen.
Auf jeden Fall sollte sich jeder im Vorfeld genau informieren, welche der Methoden für ihn speziell geeignet ist und sich auch nicht scheuen, diese mit dem Zahnarzt genau zu diskutieren.
Adressen von speziell geschulten Dentisten erhält der Interessent über die Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie (DGZP) e.V., Ludwig-Thoma-Str. 9, 82031 München-Grünwald, Tel.: 089/64910760, E-mail-Adresse: zahnartzangst@t-online.de.
Von Astrid Krüger, erschienen am 25-10-1999 in Gratisworld in der Abteilung spezial.
Literatur aus dem Internet:
www.nn-online.de/themen/forschung/zahnarzt.htm
(c) Astrid Krüger
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